Veranstaltungsberichte

Westalpen V 29.8. - 4.9.2009

 

 

Samstag, 29.8.
Erstes gemeinsames Abendessen

 

Und wieder war es soweit. Das Highlight der Transalp Saison - unsere einwöchige Alpentour - nahm ihren Anfang. Wir trafen uns wie schon letztes Jahr auf dem Zelt-platz am Dreiländereck D-F-CH in Lörrach. Erstmals war ein Teil von uns in einem na-he gelegenen Hotel untergebracht. Die Nachfrage nach festen Unterkünften ist mittlerweile so groß, dass wir da nicht mehr umhin kommen. Aber das Abendessen nah-men wir alle gemeinsam an der Zeltplatz-Gaststätte ein. Das Wetter war besser als 2008, so dass wir bis in die Nacht hinein draußen sitzen konnten.

 

 

 

Sonntag, 30.8.
Pause bei AnnecyUm halb 8 Uhr fanden sich die beiden Gruppen in einem Autohof bei Lörrach zum Frühstück ein. Danach gings bei strahlen-dem Sommerwetter endlich los Richtung Süden. Wir nahmen die Schweizer Jura-Au-tobahn und kamen sehr gut voran. Die Rou-te streifte Bieler, Neuchâteler und Genfer See. Entsprechend eindrucksvoll waren die Aussichten. Nach dem Grenzübertritt nach Frankreich westlich von Genf wechselten wir auf Landstraßen. Richtig schön wurde es ab Annecy, als wir ein kurzes Stück un-serer Cevennen-Route von 2007 fuhren. Die Zufahrt zum Col de Leschaux (schlappe 892 m) wartete schon mit wunderschönen 3.-Gang-Kurven auf, die Abfahrt vom Col de Frêne (950 m) mit faszinierenden Panora-mablicken ins Isère-Tal.

 

Bereits um 16 Uhr waren wir auf dem Zelt-platz bei La Chambre am Fuß des Col de Madeleine. Da dort so gut wie nichts mehr los war, konnten wir unsere Zelte in der Nähe des Ferienhäuschens aufschlagen, in dem vier unserer Teilnehmer untergebracht waren. Einige schwangen sich gleich in die Fluten des Swimming-Pools, den wir für uns alleine hatten. Abends gings zu Fuß ins Dorf zum Essen. Wir konnten dort das gute, aber auch teure französische Essen genießen.

 

Montag, 31.8.
Kurzer Halt am AbgrundNach dem für uns gewohnten, üppigen Frühstück stand die er-ste Besteigung der Tour an: Der Col de Chaussy, der keine 10 km vom Zeltplatz seinen Anfang nahm. Mit 1532 m Passhöhe lockt er zwar keinen Alpenfahrer hinter dem Ofen hervor. Aber die westliche Auffahrt birgt eine der kühnsten Serpentinen-strecken der Alpen. Es gibt wohl niemanden, der mal den „Denzel“ in den Fingern gehabt hat, und dem beim Anblick des Fotos nicht ein „wow“ entfleucht ist. Entsprechend spannend ging der Aufstieg über das schmale Sträßchen vonstatten. Nach der Mittagspause in St. Jean - 10 km von La Chambre entfernt - fand der Vormittag eine würdige Fortsetzung: die Serpentinenstrecke zum Vorort Albiez-le-Jeune. Satte 46 Keh-ren schrauben sich den Berg auf 1360 m hoch. Da diese nicht ganz so eng waren wie am Chaussy, konnte sich ein wahrer Kurvenrausch einstellen. Um 16 Uhr waren wir wieder in St. Jean und beschlossen, den perfekten Fahrtag zu beenden. Nahezu die ganze Truppe fand sich kurz danach im Swimming-Pool zum ausgiebigen Plantschen ein. Nach der Hitze des Tages mit nahezu 30° tat es unheimlich gut. Wie auf unseren Touren gewohnt begingen wir danach unseren ersten Grillabend.

 

Dienstag, 1.9.
Auf dem Col de Croix-de-FerHeute sollte die Runde weit grö-ßer ausfallen als gestern. Die Temperaturen waren nunmehr im über 30°-Bereich angelangt. Zu-nächst befuhren wir mit dem Croix de Fer, unseren ersten 2000-er. Von hier ging es in den Süden hi-nab ins Romanche-Tal. Dort war das heutige Tagesziel angesie-delt: Alpe d’Huez. Uns lockten al-lerdings weder der Rummel um die Tour-de-France-Etappe noch das Schigebiet, sondern die 21 breit ausgebauten Serpentinen, die auf 1860 m hinauf führten. Hier konnte jeder so richtig seine persönliche Schräglage optimie-ren. Nach einer Mittagspause im mondänen Schiort folgte der Ab-stieg ins Tal. Den Weg zurück fuh-ren wir nicht über den Croix der Fer, sondern den kaum niedrige-ren Glandon, der uns fast bis an den Zeltplatz führte. Hier wartete beim Abstieg eine Kurvenorgie auf, die nach dem heißen Tag den Ersten schon Konditions-schwächen entlockte. Nach dem obligatorischen Bad im Pool nutzten wir heute die Infrastruktur der Hütte und bereiteten uns ein leckeres Nudelessen zu.

 

Mittwoch, 2.9.
Atem beraubende Ausblicke auf dem Mont CenisÜber Nacht hatte es ein wenig ge-regnet. Die Temperaturen waren nun bei 20°, aber durchaus ange-nehm für unsere längste Ausfahrt - nach Susa in Italien. In einer Stunde hatten wir den Col de Mont Cenis (2038 m) erreicht, der mit seinem Stausee unvergleich-liche Gebirgseindrücke bot. Die Kurvenorgie setzte hier auf der Südseite kurz vor Susa ein und bescherte uns traumhafte 3.-Gang-Kurven. Durch Susa fahren wir relativ schnell durch um gleich in den Col de Finestre (2178 m) einzusteigen. Die asphaltierten 23 Kehren im unteren Teil hatten es uns letztes Jahr schlichtweg ange-tan und sich als absoluter Lecker-bissen für die Honda Transalp he-rausgestellt. Dachten wir, es geht kaum enger als zum Chaussy, wurden wir hier daran erinnert, dass es doch geht… Als die Schotterpassage los ging, drehten ein kleiner Teil  der Teilnehmer ab und kehrte in einem Straßencafé in Susa ein. Die anderen vergnügten sich auf der relativ einfachen Piste und konnten auf dem Pass die beeindruckende Aussicht genießen. In Susa versammelten wir uns wieder zur Heimfahrt. Um 17 Uhr in St. Jean ange-kommen gingen wir heute Pizza essen. Den Abend stand dann wieder unser Fröhliches Beisammensein bei den Zelten an.

 

Donnerstag 3.9.
Nicht schön, aber beeindruckend - La PlagneDie ganze Zeit hatten wir am Fuß des Col de Madeleine (2000 m) gezeltet. Heute soll-te es nun endlich drüber gehen. Nach kur-zer Zeit waren wir oben und fanden uns zum Gruppenbild ein. Auf der Abfahrt Rich-tung Moutiers wurden wir leider mit nassen Straßen und kurzen Regenschauern kon-frontiert. Nach einer kurzen Pause in Mou-tiers und dem Ende des Regens befuhren wir ein enges Kehren-sträßchen nach Not-re-Dame-du-Pre, das mehr durch tolle Aus-blicke als durch schöne Schräglagen (auf-grund Straßennässe) glänzte. Die Fahrbahn wurde erst nach dem ersten Drittel der Keh-ren nach La Plange wieder trocken. Der be-rühmte Schiort dürfte wohl mit die am kühnsten angelegten Hotels in den Alpen haben. In Höhen weit über 2000 m wurden die Wahnsinns-Klötze hingestellt und wirk-ten in dieser Umgebung fast irreal. Gefällt nicht jedem. Ist aber auf jeden Fall beein-druckend. Im Tal trennten wir uns in zwei gleich große Gruppen auf. Die eine fuhr ins 40 km entfernte Schigebiet Val Thorens, wo sie auf 2300 m Höhe regelrecht auf Tuchfühlung mit 6 (!) Gletschern gehen konnte. Die Landschaftseindrücke waren entsprechend überwältigend. Die andere Gruppe gönnte sich einen zünftigen Schotterausflug auf den Mont Jovet. Die Piste bereitete den erfah-renen Schotteristen eine Super-Gaudi, war sie doch ohne wirkliche Probleme zu bewältigen. Aber immerhin 17 km einfach und bis auf 2350 m Höhe hinauf…

 

Freitag, 4.9.
Ein letztes gemeinsames Frühstück...Nach dem Frühstück war der offizielle Teil der Veranstaltung zu Ende. Die Teilnehmer traten trotzdem noch mal alle zusammen den Heimweg an. Es ging auf Landsträß-chen über Albertville Richtung Schweiz. Aber schon nach einer Stunde kamen wir in das Regengebiet rein. Ab dem Genfer See erwischte es uns richtig, und ab da goss es immer wieder nach kurzen Unterbrechun-gen. Bei Bern teilte sich die Gruppe auf in die, die schnell heim wollten (und konnten), und die, die noch mal am Dreiländereck übernachten wollten.


Unsere erste Alpentour mit Zelten UND fes-ten Unterkünften war damit zu Ende. Die Idee mit Hotel und Wochenendhaus erwies sich angesichts der gegenüber letztem Jahr deutlich gestiegenen Teilnehmerzahl als goldrichtig. Wir werden nun mal alle älter… Fahrtechnisch, landschaftlich und kulina-risch war wieder für alle was dabei. Kurzum - unser gewohnt hohes Niveau konnte gehalten werden. Und so machen wir weiter…

 

Organisation: Georg Spindler
Fotos: Frank Kuhn, Mike Tschumper, Peter Göbelt, Maria Cordes

 

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