Veranstaltungsberichte

Mecklenburg-Vorpommern 27.-29.6.2008

Es war die größte Dürre in Mecklenburg-Vorpommern seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1379. Seit 3 Monaten war kein Tropfen Regen mehr gefallen. Das Land verdorrte, und die Bewohner beteten seit Wochen um die Erlösung. Und sie kam. Eine Gruppe kühner Motorradfahrer aus dem Süden und Westen der Republik brachte den lang ersehnten Regen mit. Und das waren wir - die Transalpfreunde…

Lieb gewonnene Zeltplatz-Romantik mit See und Transalps

Freitag, 27.6.

Also gut - Spaß beiseite. Bis 18.00 Uhr hatten die Letzten ihre Zelte auf dem Campingplatz 5 km von Rheinsberg entfernt am wunder-schönen Rheinsberger See aufge-baut. Der Regen hatte gerade auf-gehört, und wir konnten nach der Hitze im Süden die kühle Abend-luft beim Aufbauen genießen. Zum Essen gings zu Fuß in ein nahe gelegenes Vereinsheim. Es gab Eintopf… Aber keiner hätte sich jemals zuvor vorstellen können, wie gut Eintopf schmecken kann. Kurzum, wir ließen es uns richtig gut gehen.


 

Samstag, 28.6.

Pausenszene an einem See

 

 

Es war noch trocken, als wir uns nach dem Frühstück auf die große Rundfahrt durch die südliche Mecklenburger Seenplatte machten. Auch wenn es kaum Hügel oder Kurven gab, waren die Eindrücke wirklich einzigartig. Wir fuhren durch - für deutsche Verhältnisse - menschenleere Landschaf-ten. Endlose Wälder, zahllose einsame Seen und viele Naturpisten. Es ist kaum zu glauben, dass es in Deutschland noch so viele offizielle unbefestigte Pisten gibt. Viele davon weisen einen losen sandigen Unter-grund auf, der den Autofahrern wenig aus-macht, aber so manchen Motorradfahrer in Bedrängnis bringen kann. 

 

Der Regen holt uns in Fürstenberg ein.

 

 

Aber durch entsprechende Erkun-dung im Vorfeld konnten wir die wirklich tückischen Stellen umge-hen und hatten so eine Menge Spaß.

 

Natürlich kam auch die Kultur nicht zu kurz. Z.B. in Fürstenberg pausierten und posierten wir vor der imposanten Stadtkirche. Aller-dings ereilte uns hier wieder das Regentief, das wir „mitgebracht“ hatten: Es fing zu strömen an. Das hielt uns aber nicht davon ab, ei-nen kurzen Abstecher ins nahe gelegene KZ Ravensbrück zu ma-chen. Wir fuhren nur kurz auf den Transalps rein - was für eine be-klemmende Stimmung vollkom-men ausreichte.

Der - nagelneue - Reifen dürfte auch hin sein…

 

 

Weiter ging es gen Osten auf Nebenwegen über Ly-chen nach Feldberg, das inmitten der gleichnamigen Seenregion liegt. In Lychen selbst mussten wir Platt-fuß-bedingt eine unfreiwillige Pause einlegen. Nur gut, dass es kurz vor halb 1 war, und der dortige Mo-torradhändler sich erbarmte eine Minute vor seinem Feierabend den betroffenen Schlauch auszuwech-seln. In Feldberg legten wir unsere Mittagspause ein. Kaum angekommen hörte der Regen auf und begann erst wieder, als wir weiter fuhren…

 

 

Transalpfreunde auf dem Wasser

 

So gegen Ende der Tour hörte der Regen endlich auf, und wir konnten unsere Sachen zum Trocknen aufhängen. Das Wetter blieb nicht nur stabil, sondern wurde richtig gut und sonnig, als wir den letzten Programm-punkt des heutigen Tages begingen. Wir wollten nach Rheinsberg. Aber da der Weg zu weit zu gehen war, hatte sich Organisa-tor Bodo was für uns total Neues einfallen lassen. Er hatte ein Wassertaxi bestellt, das die ganze Belegschaft auf einer 45-minütige Tour über die Seenlandschaft nach Rheins-berg brachte.

 

Die Sonne schien, und entsprechend gut entwickelte sich die Stimmung. Wieder an Land angekommen machten wir einen klei-nen Abstecher ans wirklich imposante Rheinsberger Schloss, eine ehemalige Sommerresidenz von Friedrich dem Gro- 

 

Am Schloss Rheinsberg - soviel Kultur muss sein.

 

ßen und Vorlage für das wesentlich be-rühmtere Schloss Sanssouci in Potsdam.

 

Der für viele allerdings wichtigere Pro-grammpunkt war das Abendessen. Wir fan-den eine Gaststätte, wo wir noch richtig gut und günstig essen - und trinken - konnten. In noch besserer Stimmung traten wir die Rückfahrt mit dem Wassertaxi an, wobei wir passend zur Situation eine Reihe von See-mannslieder schmetterten… Auf dem Fest-land angekommen rückten fast alle in dem nahe gelegenen Vereinsheim ein und feier-ten einen feucht-fröhlichen Ausklang. Es wurde für unsere Verhältnisse recht spät…

 

Sonntag, 29.6.

Die letzten Teilnehmer vor dem Start Das Frühstück fiel heute regelrecht oppu-lent aus. Der Wirt des Vereinsheims hatte ein richtiges Buffet mit kalten und warmen Speisen aufgefahren. Schließlich mussten wir doch gut gestärkt die langen Strecken für die Heimreise antreten. Das Wetter ent-wickelte sich hervorragend. Die letzten paar Teilnehmer fanden sich noch zu einem Gruppenfoto zusammen, bevor es Richtung Heimat ging.

Es ging mal wieder ein Treffen zu Ende mit vielen neuen und interessanten Eindrü-cken, das den weiten Weg wirklich wert war. Und wenn wir dabei den Mecklenbur-gern den lange ersehnten Regen mitbrin-gen konnten - umso besser…:-)

Organisation: Bodo Lubensky
Fotos: Frank Kuhn, Georg Spindler

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