| Westalpen IV vom 23.-29.8.2008 |
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Manchmal können auch gut gemeinte Marketing-Kampagnen am erwünschten Ziel vorbei gehen - so wie dieses Mal zu unserer Alpentour. Wir hatten wohl in den Einladungen das Wort „Schotter“ zu oft erwähnt. Denn obwohl wir gleich umfang-reiche Programme für Asphalt und Schotter angeboten hatten, fanden sich ausschließlich die Schotterfahrer auf unserer Veranstaltung ein - acht an der Zahl. Gut wars trotzdem :-)
Samstag, 23.8.
Sonntag, 24.8. Wir standen schon um 6 Uhr auf, da wir einen weiten Weg hatten. Es schien die Sonne und ließ das ganze Unterfangen schon mal gut angehen. Aber das erste wirkliche Highlight war das Frühstück. Unser Nacht-Manager Mike konnte für uns einen super Preis in seiner Firma, dem Hilton Hotel in Basel aushandeln - 10 Minuten vom Zeltplatz weg. Wir durften im Library-Room dinieren, wo normalerweise nur die VIPs zugelassen sind. Also nobler gings kaum mehr, und es schmeckte einfach unbeschreiblich…
Montag, 25.8.
Wie geplant starteten wir nach dem gemeinsamen Frühstück zu unserer ersten Tour. Nachdem ja nur noch Schotterfreunde zugegen waren, konnte das Asphalt-Programm ausfallen, und wir machten uns auf den Weg zum 20 km entfernten Sommeiller. Schon wenige Kilometer nach der Abzweigung von der Bundesstraße ging der Asphalt in Schotter über. Es handelt sich hier um eine Gipfelstraße auf knapp 3000 m, bei der 47 Kehren bezwungen werden müssen (zum Vergleich: Die berühmte Ostseite des Stilfser Jochs weist 48Kehren auf - allerdings asphaltiert). Die Piste lässt sich in 3 Abschnitte unterteilen, die jeweils durch Hochtäler abgegrenzt sind. Das Besondere: Mit jedem Ab-schnitt wächst der Schwierigkeitsgrad spürbar an. Waren am Anfang die Kehren noch flach und weit, wurden sie zusehends enger und steiler. Zugleich wurde das Geröll immer loser. Die Beschreibungen im Denzel, die die Piste als anspruchsvoll auswei-sen, wurden von uns also durchaus als berechtigt erlebt. Umso größer war das Erfolgserlebnis, als wir auf dem 3000 m hohen Plateau angekommen waren - ohne jegliche Ausfälle.
Am Abend war unsere erste Grillerei angesagt. Es war wieder gut und üppig dank der bei uns vertretenen Hobby- und Profi-Köche.
Dienstag, 26.8. Aber zurück zum Parpaillon: Die Panoramaaus-sichten waren hier wesentlich imposanter als auf dem Sommeiller, obwohl es gerade mal „schlappe“ 2632 m hoch ging. Das Schwierigste war - wie auch im Denzel berichtet - der 500 m lange vollkommen unbeleuchtete Gipfeltunnel. Es gab einige Schlammpassagen, die so gut wie gar nicht vorher auszumachen waren. Aber außer ein paar Schlenkern im Fahrwerk blieb die Lage ruhig… Die Rückfahrt über den Col der Vars (2111 m) und den Montgenèvre (1850 m) war auch wieder vom Feinsten. Es wurden Rekord-verdächtige Schräglagen gefahren…
Mittwoch, 27.8. Heute wollten wir es ein wenig gemütlicher ange-hen lassen. Die Schotterei ließen wir sein und be-fuhren den Col de l’Echèlle (1766 m) und danach den Col de Granon (2413 m) nördlich von Brian-con, welcher durch seine atemberaubenden Aus-sichten bestach. Zwischendrin nahmen unsere Hartgesottenen ein Bad in einem Gebirgsflüss-chen. Zum kulturellen Teil gehörte ein Besuch der Stadt Briançon, wo wir einen Café au Lait zu uns nahmen und nebenbei auch noch Zeugen einer Verhaftung von ein paar mutmaßlichen Kriminellen wurden - fast wie im Film mit Handschellen und allem.
Donnerstag, 28.9.
Bald zweigte die berühmte Assietta-Straße ab und 37 km Schotter mit Atem beraubenden Panoramen zogen uns in ihren Bann. Die Piste war nur an wenigen Stellen mittelschwer. Es gab relativ wenig Kehren und Steigungen. Kurzum: Wir konnten den Spaß ohne große Anstrengungen genießen. Staubig, aber glücklich kamen wir in Sestriere an, wo wir zum Abschluss den obligatorischen Cappuccino tranken.
Die Aussichten waren fantastisch, und die vielen Kurven konnten einen richtig in Rausch versetzen. Zudem war relativ wenig Betrieb. Berichte hierzu auch in der Alpentour 2003 auf dieser Homepage. Als die Teilnehmer nach der Schweizer Autobahn-passage auf dem Zeltplatz in Lörrach ankamen, war es schon 20 Uhr.
Organisation: Georg Spindler
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 30. Januar 2012 um 19:55 Uhr |



Wirklich gut gesättigt fuhren wir über die Schweizer Autobahnen bei schönstem Sommerwetter Rich-tung Süden. Es ging durchs Schweizer Hügelland und am Genfer See mit Atem beraubendem Pano-rama entlang Richtung Großer Sankt Bernhard-Pass. Oben angelangt legten wir eine erste Pause ein. Im Aosta-Tal begaben wir uns dann auf die Autobahn nach Turin, wo es schon knackig heiß wurde - bis zu 30°. Nach Turin fuhren wir auf der Landstraße Richtung Susa weiter, was nicht nur wegen der Maut zu empfehlen war, sondern auch wegen den schönen Kurven. Um halb 5 waren wir am Zeltplatz von Salbertrand, konnten in aller Ruhe die Zelte aufbauen und nach Oulx in eine Pizzeria zum Abendessen fahren. Das Schöne an dieser Region ist, dass sich hier das Enduristen-Mekka Europas befindet. Hier hat sich eine Er-scheinung in das neue Jahrtausend hinüber ge-rettet, die es sonst in dem Ausmaß wohl nicht mehr gibt: Zeltende Motorradfahrer. Wie vor über 20 Jahren trudelten hier täglich neue Motorradgruppen ein und aus. Wildfremde Leute saßen abends zusammen, aßen und tranken miteinander wie in alten Zeiten... Auch wir beteiligten uns bis tief in die Nacht hinein an diesem schönen Brauch…
Das Highlight für heute war der Parpaillon - be-rühmt vor allem für seinen einzigartigen Gipfel-tunnel. Die Anfahrt durch Frankreich dauerte ca. 1,5 Stunden. Wir wurden dafür aber fürstlich be-lohnt. Die Piste war für unsere Transalps wesent-lich einfacher zu fahren als der Sommeiller. Der Untergrund war grob und sehr felsig - aber halt wenige Kehren und schön breit. Wer also nicht zu viel Mitleid mit seinen Federelementen hatte, konnte einen herrlichen Spaß haben. Mitleid erreg-te dagegen die Gruppe von Superbike-Fahrern, die hier total entnervt und erschöpft ihre Boliden im Schritttempo über die Felsen balancierten. War fast schon fies, wie wir locker an denen vorbei fuhren. Hinterher erfuhren wir, dass die Gruppe bereits aufgegeben hatte und auf dem Rückweg war.
Die letzte Schotterpiste für unseren Urlaub sollte die Assietta-Kammstraße (bis 2472 m) werden. Es ging zunächst nach Susa, wo der Einstieg in den Colle delle Finestre (2178m) lag. Die asphaltierte Straße nahm erst mal einen relativ unspektaku-lären Verlauf, wartete aber so ca. in der Mitte mit einer Besonderheit auf: Eine Gruppe von ca. 20 Kehren, die auf einem extrem kurzen Stück aufein-ander folgten. Auch unsere alten Hasen konnten sich an keine Stelle in den Alpen erinnern, die ein solche Kehrendichte aufweisen kann. Und das Schönste: Man konnte alles mit dem 2. Gang fah-ren - nur Gas auf und zu. Was für eine Gaudi…. Den obersten Teil des Finestre nahm eine gemä-ßigte Schotterpiste ein, die uns schöne Blicke auf das Susatal gewährte.
Und wieder war eine Alpentour zu Ende. Nach dem stilechten Frühstück in einer Cafeteria machten wir uns auf den Heimweg. Keiner wollte heute das Au-tobahngebolze in Italien vom Sonntag wiederholen. Dafür waren alle bereit die längere Fahrerei über die französischen Landstraßen in Kauf zu nehmen. Es sollte sich lohnen. Bei schönstem Wetter befuh-ren wir kurz hintereinander den Mont Cenis (2081 m), den Iseran (2764 m) sowie den Kleinen (2188 m) und Großen St. Bernhard (2469).